Fünf Monate
Das hier wird wieder ein Weischspülposting. Aber ich scheiss drauf. Ich ziehe mich jedesmal hierhin zurück wenn ich mich schlecht fühle.
Ich lasse gerade meine Finger diese Zeilen weinen. Die Tränen erzeugen einen Blur-Effekt vor meinen Augen. Sie tropfen auf das Notebook, fließen über die Tastatur und trocknen. Meine Finger tanzen über der Tastatur und bilden Wörter auf meinem Blog. Die Wände in diesem Zimmer schreien mich schon seit Stunden an.
Und schon wieder überkommt mich die Lust auf die Straße zu rennen und jedem meinen Mittelfinger zu zeigen. Den Leuten die mich nett finden in die Fresse zu schlagen. Ich bin nicht Mr.Niceguy. Ich will einen Tag den gewaltlosen Widerstand vergessen und jedem ins Gesicht spucken der es verdient hat.
Ich habe heute etwas gelernt. Ich habe eine neue Erfahrung gemacht, obwohl ich diese bereits seit langer Zeit hier auf dem Blog beschreibe: wir bilden uns im Kopf alle eine Fassade voller Lügen um uns die Welt erträglicher zu machen. Als würden wir das Schwierigkeitslevel in einem Spiel einstellen. Und das habe ich die letzten 5 Monate getan. Ich habe einer Person Eigenschaften zugeschrieben, die sie garnicht hat. In dieser Zeit wurde ich von den Menschen bitter enttäuscht. Ich fühle mich bei der Anwesenheit von anderen Menschen nicht mehr wohl. Ich fühle mich nicht “ich selbst”. Ich muss mich verstellen. Lügen. Ich muss der sein, den sie von mir erwarten. Sie mögen diese Hülle von mir sehr gerne. Aber das bin ich nicht. Ich bin jemand komplett anderes. Wenn ich nicht wissen würde, dass sie alle wegrennen würden, wenn sie den wahren Menschen in mir kennen lernen würden, müsste ich nicht mehr lügen. Ich bin ein Schauspieler und die Welt ist meine Bühne.
Ich möchte die Obama Maske absetzen und aufhören dauernd zu grinsen als wäre ich ständig glücklich. Das bin ich nicht. Ich möchte endlich _echten_ Spaß am Leben. Ich möchte nicht mehr träumen. Ich möchte raus aus diesem Zimmer mit Wänden aus Watte. Ich will kalte Wände. Ich möchte, dass es mir weh tut wenn ich meinen Kopf dagegen schlage. Ich möchte mich, verdammt nochmal, nur lebendig fühlen.
Ich fühle mich gerade, als ob ich auf einer Brücke stehen würde. Nachts. Ich breite meine Arme aus wie auf der Titanic. Ich spüre den Wind und das Adrenalin durchringt mich bei dem Gedanken, dass ich jeden moment fallen könnte. Ich definiere das Maß meiner Freiheit durch die Höhe von der ich falle. Vielleicht bin ich wirklich mein Leben lang nur ein Wartender auf einer Brücke. Ich träume ständig davon zu springen, aber schaffe es nicht. Doch kurz vor dem Tod werde ich fliegen. Ich werde grinsen, während meine Arme weit ausgebreitet nicht mehr nach konstanten Objekten ringen, sondern einfach die Leere genießen. Ich werde dem Ende ins Auge sehen, und verdammt nochmal lächeln, bevor ich endlich erlöst werde. Freiheit. Das Wort hat mir schon immer viel bedeutet, und ich kann es heute immernoch nicht definieren.
Kennt ihr die Situation, wenn sich die Probleme alle ansammeln, um urplötzlich aus euch herausgebrüllt zu werden? Ich brülle. Verdammt, und wie ich brülle.Ich hatte schonmal so eine Situation, vor 2 Jahren. Wenn ich mir den Eintrag so durchlese, lasse ich das alles real und schmerzvoll revue passieren und spüre wieder die Gefühle von damals.
Wie immer, umrundet mich sehr laute Musik. Ich habe Angst morgen ohne Musik wieder aufzuwachen, und mit meinen Gedanken allein zu sein. Ich hoffe, einige können sich mit dem Text hier identifizieren.
Damit der ganze Posting nicht jämmerlich wird: Erwartet in den nächsten Tagen einen neuen Decrypter! Ich bin momentan mittendrin OTRKEY zu öffnen. Wenigstens fühle ich mich bei solchen Projekten im gewissen Maße nützlich.
Siehst du alter? Du hast 5 Sekunden einen Fehler gemacht; bei mir hat es 5 Monate gedauert. Wir sind wieder auf dem selben Niveau. Gute Besserung man, das wird schon!
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This entry was posted on Friday, February 5th, 2010 at 10:44 pm and is filed under (mein) Leben. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.